Tanzparkett statt Turnmatte
Sie können sich das nicht vorstellen? Ich zuerst auch nicht.
Mit diesem Gedanken betrete ich abends am 23. April die Turnhalle der Ludwig-Renn-Oberschule in Stolpen.
Dort, wo sonst Basketbälle aufspringen, liegt heute hellgrauer PVC-Boden in edler Holzoptik. Die Umkleidekabinen dienen als Garderobe, und der Duft von frisch belegten Schnittchen und kleinen Teigrollen liegt in der Luft. Die Turnhalle ist nicht wiederzuerkennen, sie ist für einen Abend das Herz der Stadt Stolpen geworden. An der Wand gegenüber der Bühne regiert die Technik sowie das DJ-Pult, während handgeschriebene Sprüche wie „Liebe lebt von kleinen Momenten großer Bedeutung“ den Raum in eine romantische Kulisse verwandeln. Schulleiterin Frau Jacobs empfängt die Gäste mit einem Strahlen, darunter auch Bürgermeister Herr Hirdina mit seiner Frau. Die Tische im Halbkreis füllen sich schnell; die Vorfreude ist greifbar.
Nach der Eröffnungsrede der Schulleiterin sowie einem Grußwort vom Bürgermeister gehört die Bühne der Kunst. Ein Dresdener Tanzverein macht den Anfang, bevor die Schüler der Klassen 9 und 10 zeigen, was in ihnen steckt. Von „Lass jetzt los“ und dem „Cup-Song“ bis hin zum humorvollen „Barbaras Rhababerbar“-Rap reicht die unglaubliche Show. Die Aufregung der Jugendlichen, die sie später im Gespräch gestehen, merkt man ihnen kaum an – das Publikum ist begeistert.
Dann bricht das Eis: Was zögerlich beginnt, endet mit einer vollen Tanzfläche. Viele Gäste, Lehrer und Schüler lassen sich mitreißen. Die Jugendlichen, welche heute als Kellner fungieren, laufen aufmerksam hin und her. Sie sorgen für ausreichend Verpflegung und Getränke. Der absolute Höhepunkt? Kurz nach 21 Uhr schwingt fast die gesamte Halle gemeinsam zum Line-Dance bei „Blame It On the Boogie“ die Hüften.
Gegen Ende wird es emotional. Frau Jacobs tritt noch einmal ans Mikrofon. Sie dankt dem Organisationsteam, den Eltern, den Kollegen und den Schülern für die harte Arbeit, denn ohne sie hätte man so etwas nicht auf die Beine stellen können. Trotz kleinerer Stressmomente in der Vorbereitung ist das Fazit der Schüler sowie Gäste eindeutig: ein super Abend, absolut gelungen. Auch der Bürgermeister zeigt sich sichtlich beeindruckt von der Leistung unserer Musikgruppe.
Zum Schluss resümiert eine glückliche Lehrerin: „Ich freue mich schon auf eine Wiederholung.“ Und Frau Jacobs bringt es auf den Punkt, sie stellt das Wohlbefinden der Gäste in den Vordergrund. Wenn die Stimmung passt, wird selbst eine Turnhalle zum perfekten Ort für einen Stadtball.
Reportage von Dario Frömmel, Klasse 9a
30.04.2026